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Venenleiden Krampfadern stellen nur einen Aspekt der Venenproblematik dar, die in der Bandbreite ihrer Ausprägung von abends geschwollenen Füßen bis zu offenen, geschwürartig veränderten Hautpartien an den Beinen reichen kann. Eine frühzeitige Therapie kann jedoch meist das Schlimmste verhindern. Wie Krampfadern entstehen Venen sind Blutgefäße, die das sauerstoffarme Blut aus den Organen und dem Bindegewebe wieder zu Herz und Lunge zurücktransportieren, damit es neuerlich mit Sauerstoff angereichert wird. Die Arterien leiten dann das frische Blut zu den Organen. Das Venensystem, das auch das Blut aus den Extremitäten abtransportiert, besteht aus einem oberflächlichen, subkutanen (unter der Haut liegenden) Venennetz und einem tiefen, unter der Muskulatur liegenden System nahe den Knochen. Beide Venensysteme sind durch kurze Verbindungsvenen miteinander verbunden. Im gesunden Zustand gibt es in allen Venen zahlreiche so genannte Venenklappen, die die Strömung des Blutes nur in der gewünschten Richtung innerhalb der Vene zulassen, nämlich in Richtung zum Herzen. Denn sonst würde die Schwerkraft das Blut in die Beine treiben, was nicht erwünscht ist. Die Wadenmuskel-Pumpe hilft das Blut nach oben zum Herzen zu fördern, denn durch die sich zusammenziehenden Muskeln der Beine werden die Venen zusammengequetscht und das Blut gegen die Schwerkraft nach oben gepumpt. Wenn es zu einer Erweiterung der Venen kommt, können die Klappen nicht mehr dicht schließen und ihre Ventilfunktion erfüllen, so dass das Blut nur noch verzögert vorankommt. Es staut sich viel Blut in den Venen, die sich dadurch noch mehr erweitern. Und diese erweiterten Venen zeigen sich dann – oft deutlich sichtbar – als Krampfadern im Bereich des Beines. Zuerst sind nur die oberflächlichen Venen betroffen, mit der Zeit gehen aber auch die Venenklappen im tiefliegenden System zugrunde und es kommt zu einem schweren Venenversagen mit starken Wasseransammlungen und offenen Stellen in den Beinen. Häufig entstehen auch gefährliche Blutgerinnsel in den Venen. Krampfadern sind ein Volksleiden Circa 20% aller Österreicher haben Krampfadern, Frauen wesentlich häufiger als Männer. Bei 5% ist die Venenerkrankung so stark, dass es erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen gibt. Während manche nur leichte „Besenreiser“ haben, das sind kleinste erweiterte Venen unter der Haut, haben andere schwere Krampfadern entlang des ganzen Beins. Eine erbliche Belastung und angeborene Bindegewebsschwäche dürften die Hauptursachen für die Venenschwäche sein. Ungünstig wirken sich auch langes Stehen und Sitzen und ein genereller Bewegungsmangel sowie Übergewicht aus. Enge Hosen oder abschnürende Socken und Kniestrümpfe fördern Krampfadern genauso wie Schuhe mit hohen Absätzen, weil mit solchen Schuhen die Muskulatur der Waden zuwenig bewegt wird. Rauchen, erhöhter Alkoholgenuß, starke Wärmeeinwirkung bei ausgedehnten Sonnenbädern oder ständigen Saunabesuchen aber auch Medikamente wie die Antibabypille sind schlecht für die Venen. Als Ausnahme kann die Krampfadernbildung während einer Schwangerschaft gelten, die hormonabhängig durch die Lockerung des Bindegewebes entsteht und sich häufig von selbst zurückbildet. Typische Beschwerden Abgesehen von den bereits äußerlich sichtbaren Krampfadern sind folgende Symptome für ein Venenleiden charakteristisch:
Manche Betroffene haben starke Schmerzen, obwohl von außen kaum etwas zu sehen ist. Andere haben wieder ausgedehnte Krampfadern, die aber keinerlei Beschwerden machen. Venenleiden sind aber nicht nur kosmetisch störend oder schmerzhaft, sie können auch bedrohlich werden. Wenn nämlich offene Stellen und Geschwüre an den Beinen entstehen oder wenn eine Krampfader bei einer kleinen Verletzung platzt und nicht mehr zum Bluten aufhört. Besonders gefährlich ist das Entstehen von Blutgerinnseln in den erweiterten Venen der Beine, die „Thrombosen“. Dies führt zu einem oft dramatischen Anschwellen des ganzen Beines mit starken Schmerzen. Darüber hinaus kann sich so ein Blutgerinnsel lösen und zu einer Lungenembolie führen mit nicht selten tödlichem Ausgang. Eine tiefe Beinvenenthrombose erkennt man auch durch eine bläuliche Hautverfärbung, Wadenschmerzen und einen Druckschmerz in der Kniekehle und auf die Fußsohle. Bei solchen Symptomen bitte sofort einen Arzt oder noch besser eine Spitalsambulanz aufsuchen! Eine oberflächliche lokale Venenentzündung, auch Thrombophlebitis genannt, zeigt sich durch einen verhärteten, geröteten und schmerzhaften Venenstrang. Sie wird mittels Kompression und lokalen Salben und Gels behandelt und ist viel harmloser als eine tiefe Thrombose. Diagnostik Nach den Schilderungen des Patienten und einer gründlichen Inspektion des Venensystems und der Haut durch Ihren Arzt folgt eine Ultraschall-Doppleruntersuchung, mit der der Rückfluß in den Venen festgestellt wird. Bei einer Farbultraschalluntersuchung können sogar die Fließrichtung des Blutes in den Gefäßen und etwaige Blutgerinnsel dargestellt werden. Noch genauer ist eine Untersuchung des gesamten Venensystems der Beine mittels einer Röntgen-Kontrastmitteluntersuchung, bei der über eine Vene am Fußrücken ein Kontrastmittel injiziert wird. Dieses Verfahren ist speziell vor Operationen notwendig, um auch das tiefe Beinvenensystem zu beurteilen. So wird behandelt Jede Therapie zielt einerseits auf die Beseitigung der vorhandenen Beschwerden, andrerseits sollen die Krampfadern reduziert und schon bestehende Hautveränderungen rückgebildet werden. Grundsätzlich ist eine regelmäßige und frühzeitige Kompressionstherapie mit Stützstrümpfen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Dabei gilt: je ausgeprägter die Krampfadern und Beschwerden, desto höher die Spannung der Strümpfe. Sie sind in den Kompressionsklassen eins bis drei erhältlich. Wichtig sind eine individuelle Anpassung und eine entsprechende Länge bis über das Knie. Auch das Anziehen der Strümpfe muß gelernt werden und sollte bereits in der Früh noch im Bett vor dem ersten Aufstehen erfolgen. Die Strümpfe gehören nach einigen Monaten ausgetauscht, da sie dann an Spannkraft einbüßen. Zusätzlich sollte man sich mit den Strümpfen reichlich bewegen, damit das Blut noch effektiver aus den Venen ausgepresst wird. Venentonisierende Medikamente aus dem roten Weinlaub oder aus Rosskastanienextrakten können ebenfalls die Beschwerden lindern, ersetzen aber nie die Venenkompression. Bei einem Lymphstau in den Beinen kann das Wasser im Gewebe mittels Lymphdrainagen gut mobilisiert werden. Reicht die konservative Therapie nicht aus oder möchte man die kosmetisch störenden Krampfadern loswerden, kommen operative Maßnahmen zum Einsatz. Kleinere Krampfadern können verödet werden. Dabei wird ein Mittel in die Venen gespritzt, dass zu einer künstlichen Entzündung führt. Und diese Entzündung bewirkt ein Verkleben der Venenwände. Die bei uns gängigste Operationsmethode ist das Venenstripping. Über einen Schnitt in der Leiste wird ein Katheter in die kaputte Vene eingeführt und diese dann herausgezogen. Krampfadern sind also nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie verursachen häufig lästige Beschwerden und können zu „offenen Beinen“ und Thrombosen führen. Deshalb sollten sie bei verdächtigen Beschwerden schon nach wenigen Wochen einen Spezialisten aufsuchen, damit eine effiziente Therapie eingeleitet werden kann. Damit es nicht soweit kommt: wie schone ich meine Venen?
Beschwerden frühzeitig vom Arzt abklären lassen!
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